Aufruf zur studentischen Vollversammlung

Liebe Studierende,

am 2. Juni findet um 14 Uhr im Hörsaal D des Philosophenturms (VMP 6) eine studentische Vollversammlung zum Thema Exzellenzinitiative statt.

Was ist die Exzellenzinitiative?

Die Exzellenzinitiative umfasst knapp 500 Mio. Euro jährlich und wird vom Bund im Rahmen eines unfairen Wettbewerbs auf einzelne sog. Exzellenzcluster und ganze Universitäten verteilt. Im Verhältnis zum Gesamtvolumen der Grundfinanzierung der staatlichen Universitäten sind die 500 Mio. Euro jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein.

Der Wettbewerb ist unfair, weil sich vereinfacht gesagt die Exzellenz einer Uni nach erhaltenen Exzellenzmitteln definiert. Damit ist dies eine zirkuläre Argumentation. Eine Uni bekommt Geld, weil sie exzellent ist. Sie ist exzellent, weil sie Geld bekommt. Im Endeffekt landen die Exzellenzmittel fast immer bei den gleichen Unis. Diese wenigen Unis konnten sich dadurch von der Unterfinanzierung lossagen und eine sehr gute Lage erarbeiten.

Andere Universitäten haben so gut wie keine Chance eine Förderung zu bekommen. Zu dieser Erkenntnis ist auch eine Kommission unter der Leitung des Schweizers Imboden gekommen. Der Vorschlag war daher den Scheinwettbewerb abzuschaffen und gleich die Gelder nur noch nach vergangenen Leistungen zu vergeben. Damit wären aber die entsprechenden Unis defacto festgeschrieben.

Ein weiteres Problem ist, dass die Exzellenzinitiative nur auf die Forschung schaut. Damit wird Lehre von Forschung entkoppelt und somit ein Kernaspekt universitären Lernens bereitwillig geopfert.

Warum ist die Exzellenzinitative ein Problem?

Durch die Exzellenzinitiative treten die Universitäten und einzelne Wissenschaftler in den Universitäten in einen Konkurrenzkampf untereinander. Dieser verschwendet wertvolle Ressourcen, die durch eine Kooperation viel sinnvoller genutzt werden könnten. Außerdem verwenden etliche Wissenschaftler enorm viel Zeit damit Anträge für die Exzellenzinitiative zu schreiben, statt sich um Forschung und Lehre kümmern zu können.

Wenn die Exzellenzinitiative so schlecht ist, warum machen Leute mit?

Das deutsche Hochschulsystem ist flächendeckend unterfinanziert. Das bedeutet, dass nicht genügend Geld für die Aufgaben der Hochschulen zur Verfügung steht. Durch die Exzellenzinitiative kann eine Hochschule nun an zusätzliche Gelder gelangen. Da dafür ein enormer Aufwand notwendig ist und die Chancen für die meisten Unis gering sind, die meisten Unis aber dennoch mitmachen, ist dies ein Zeichen für die miserable finanzielle Ausstattung der Hochschulen.

Wenn selbst ein Tropfen auf den heißen Stein dafür sorgt, dass sich die Wissenschaftler und Unis auf einen solchen zerstörerischen Wettkampf einlassen, dann ist der Mangel an Geld enorm.

Warum ist das für dich wichtig?

Du bist ein Studierender an der Uni Hamburg und bist damit direkt von den massiven Kürzungen in Folge der Unterfinanzierung betroffen. Diese äußert sich durch immer schlechtere Betreuungsverhältnisse und teilweise durch Schließung von Fächern.

Auch das Geld der Exzellenzinitiative hilft da nicht. Vielmehr sorgt der Konkurrenzkampf dafür, dass die meisten der Fächer noch härtere Sparmaßnahmen werden machen müssen, damit die wenigen aussichtsreichen Bereiche eine Chance auf Geld aus der Exzellenzinitiative haben.

Was ist denn dann die Alternative?

Der AStA und andere Aktive setzen sich dafür ein, dass mindestens das Geld der Exzellenzinitiative in die Grundfinanzierung der Hochschulen gesteckt wird. Darüber hinaus wird jedoch nur eine bedarfsgerechte Grundfinanzierung die Problematik lösen. Das bedeutet, dass jede Uni so viel Geld bekommt, wie benötigt wird, um den Aufgaben gewissenhaft nachzukommen.

Was kannst du machen?

Du kannst z.B. am 2. Juni um 14 Uhr zur studentischen Vollversammlung in Phil D gehen und mit anderen Aktiven über die Exzellenzinitiative und Alternativen dazu diskutieren.

Vollständiger Aufruf des AStA